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Die Arten sterben aus – und wir?

Die Arten sterben aus – und wir?

In den letzten Wochen ist eine von der englischen Universität Plymouth durchgeführte Untersuchung aufgefallen, die die Tatsache enthüllt, daß die Weltmeere immer saurer werden. Die langsame Versauerung des Meereswassers ist laut Wissenschaftlern auf die in der Atmosphäre immer stärker vorhandenen Kohlenstoffdioxidmengen zurückzuführen, die sich dann im Wasser verdünnen. Dieses Gas ist zum größten Teil auf die vom Transportwesen verursachte Verbrennung von Treibstoffen, die Energieerzeugung (hauptsächlich in den Ländern der nördlichen Halbkugel), sowie auf die nach erfolgter Rodung der Wälder entfachten Brände zurückzuführen.

Die Prognose lautet, daß dieser Versauerungsprozess zum Aussterben von bis zu 30 Prozent der in den Meeren lebenden Gattungen führen kann. Dieser Prozess wird natürlich nicht in einigen wenigen Jahren, sondern vielmehr so nach und nach, im Laufe von einem oder zwei Jahrhunderten stattfinden. Laut dem für diese Untersuchung verantwortlichen britischen Wissenschaftler Jason Hall-Spencer, hat unser Planet in seiner geologischen Vergangenheit schon einen ähnlichen Prozeß durchgemacht. Vor 55 Mio. Jahren hatten nämlich die Ozeane schon eine ähnliche Versauerung erlebt, die 10.000 Jahre währte bis sie ihren höchsten Punkt erreicht hatte. Danach bewirkte das große Ökosystem unserer Erde einen Umkehrungsprozeß in Bezug auf den hohen CO2-Gehalt des Wassers, der dann aber noch weitere 125.000 Jahre in Anspruch nahm.

Ein weiterer Umstand der aufgefallen ist, war eine in der Zeitung O Estado de S. Paulo erschienene Reportage, die darüber berichtete, daß der Fischfang an der Küste São Paulos jedes Jahr abnimmt. Laut der Aussage von Fischern, die in der an der Nordküste São Paulos befindlichen Region von Camburí tätig sind, geht die Menge der gefangenen Fische schon seit mindestens zehn Jahren zurück. Diese Wahnehmeung der Fischer wird auch durch offizielle Zahlen des Instituto de Pesca de São Paulo bestätigt. So wurden im Jahre 2011 insgesamt 20,5 Tonnen Fisch gefangen, was 20 Prozent weniger als vor zehn Jahren und 60 Prozent weniger als vor 20 Jahren ist. Schuld daran sind laut Angaben der Fischer die großen Fangschiffe, die in tieferen Gewässern mit weitreichenden Netzen sowie Radarausrüstungen arbeiten, und dadurch die Fischschwärme auch aus großer Entfernung ausmachen können.

So stehen wir vor einem verschiedene Fischgattungen betreffenden Kollaps. Wie z.B. im Falle der Sardinha-verdadeira (sardinella brasiliensis), die schon mal zu den wichtigsten Produkten der südlichen und südöstlichen Gebiete gehörte. In den 70er Jahren belief sich der Jahresfang dieses Fisches auf über 200.000 Tonnen, die dann in den 90er Jahren auf 32.000 und im Jahre 2000 auf 17.000 Jahrestonnen zurückging. Nachdem die Schonzeit eingeführt wurde, während der die Fische sich in der Fortpflanzungsperiode befinden und der Fischfang gesetzlich verboten ist, hat  der Ertrag wieder zugenommen und sich bei ca. 80.000 Jahrestonnen eingependelt.

Beide Dinge haben, zumindest bis heute, sehr wenig miteinander zu tun. Es handelt sich jedoch um zwei Anzeichen in Bezug auf wie wir mit unseren produktiven Tätigkeiten so nach und nach den Vorrat an Naturressourcen erschöpfen werden. Einerseits wird die zunehmende Versauerung der Gewässer die Korallenriffe zerstören, die als Habitat sowie Nahrungs- und Fortpflanzungsplatz vieler Meeresbewohner wie Fische, Schalentiere, Schildkröten und Weichtiere dienen. Und andererseits der intensive Fischfang, der junge Exemplare sowie sich in der Fortpflanzungsphase befindliche Weibchen vernichtet, so daß sich die Überlebensmöglichkeiten für diese Fischgattungen immer mehr verringern.

Letztendlich bleibt die Frage in Bezug auf was für eine Art von Zukunft wir für die Menschheit voraussehen, zumal die Erde ja auf sich selbst aufpassen kann und nicht unsere Eingriffe benötigt. Wird sie verwundet, erholt sie sich wieder; Gattungen kommen und gehen; das Leben geht letztendlich weiter – mit oder ohne uns.

Ricardo Ernesto Rose ist seit 1992 Berater für Martkforschung und Markteinführung in den Sektoren Umwelt und erneuerbare Energien. Er hat für das Amerikanische Konsulat (U.S. Department of Commerce) sowie für die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) in São Paulo gearbeitet. Er hat Bachelorabschlüsse in Journalistik und Philosophie und schloss im Folgenden einen MBA in Umweltmanagement sowie einen Aufbaustudiengang in Soziologie ab. Hr. Rose ist Autor von vier Publikationen über den brasilianischen Energie- und Umweltmarkt

(*) Ricardo Ernesto Rose

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Ricardo Ernesto Rose, jornalista, graduado em filosofia e pós-graduado em gestão ambiental e sociologia. Desde 1992 atua nos setores de meio ambiente e energia na área de marketing de tecnologias.

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