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Leistungsfähigkeitsziele für den Fahrzeugbereich

Leistungsfähigkeitsziele für den Fahrzeugbereich

Die brasilianische Kfz-Industrie begann ihre Tätigkeit in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts und ist eines der Leitbilder für die Industrialisierung des Landes gewesen. Nach einem während der 60er und 70er Jahre stattgefundenen Wachstumsprozeß wurde dann aber auch der Kfz-Bereich von den in den 80er und 90er Jahren aufeinander folgenden Krisen der brasilianischen Wirtschaft erschüttert. Erst als sich aufgrund der ab 2004 eingetretenen wirtschaftlichen Stabilität, der höheren Einkommen und des zunehmenden Kreditangebots die Nachfrage nach Fahrzeugen erhöht hatte, konnte die Pkw-Industrie tatsächlich expandieren. Neue Autobauer kamen nach Brasilien, was ein erweitertes Angebot an Modellen zur Folge hatte und die Konkurrenz unter den verschiedenen Fabrikanten verschärfte. Während der im Jahre 2008 global aufgetretenen Wirtschaftskrise ist der Pkw-Bereich einer der am stärksten davon betroffenen gewesen, was fast zur Pleite der großen US-amerikanischen Autobauer führte. Um die Verkaufszahlen in Brasilien vom Absinken zu bewahren, schuf die Regierung steuerliche Anreize, zumal die Produktionskette ja sehr umfangreich ist und Hunderttausende von direkten sowie auch indirekten Arbeitsplätzen erzeugt. Damals wurde der Regierung von Fachleuten, Journalisten und Umweltschützern vorgeworfen, von den Autobauern keinerlei Gegenleistungen gefordert zu haben. So hätte man z.B. darauf bestehen können, daß alle Fahrzeuge mit Airbags ausgerüstet, oder daß ABS-Bremssysteme in eine größere Anzahl von Fahrzeugen eingebaut würden. Von den Umweltschützern wurde z.B. vorgeschlagen, die Fahrzeuge wirtschaftlicher zu gestalten und die Anzahl der wiederverwertbaren Teile zu erhöhen.
In der letzten Zeit ist der Kfz-Bereich Brasiliens wieder einmal begünstigt worden, und zwar als die Regierung den für importierte Autos gültigen IPI-Steuersatz für industrialisierte Erzeugnisse erhöhte. Diese Maßnahme ist Teil einer Strategie, die viele Länder anwenden, um ihre eigene Industrie zu schützen; und zwar in der Vergangenheit auch Länder, die heutzutage dieses Verhalten kritisieren. Nichtsdestoweniger hat die Regierung den Autobauern gegenüber wieder einmal keinerlei Forderungen in Bezug auf technische Verbesserungen gestellt.
Jetzt sieht es jedoch so aus, als ob Techniker der Regierung mit der Ausarbeitung eines Planes beschäftigt sind, der bestimmte Ziele vorsieht, die im Rahmen der für den Zeitraum von 2013 bis 2017 vorgesehenen neuen Kfz-Ordnung umgesetzt werden sollen. Mittels diesem Inovar-Auto genannten System, – das jedoch noch von zwischen den Ministerien und Vertretern des Kfz-Bereiches zu führenden Diskussionen abhängig ist -, möchte die brasilianische Regierung einige Punkte festlegen, aufgrund welcher die Autobauer gezwungen werden, mehr in technische Innovation zu investieren. Um von der 30-prozentigen IPI-Steuer befreit zu werden, wird die örtliche Kfz-Industrie mehr Autoersatzteile auf dem Binnenmarkt einkaufen müssen – je mehr einheimische Teile, desto größer die Steuerermäßigung. Ein weiterer Punkt dieser Verpflichtungen bezieht sich auf die Effizienz der Fahrzeuge, so daß der Treibstoffverbrauch pro Kilometer sowie auch die Schadstoffemissionen zu senken sind. Eine andere Neuigkeit ist, daß bis zum Jahre 2017 jedes Fahrzeug einen Aufkleber des IBAMA – Instituto Brasileiro do Meio Ambiente e dos Recursos Naturais Renováveis (Brasilianisches Institut für den Umweltschutz und Erneuerbare Naturressourcen) erhalten wird, auf dem der Kraftstoffverbrauch pro Kilometer angegeben wird. Auf diese Regierungsmaßnahme hatte man schon lange gewartet. Denn wenn einerseits Fördermittel und andere Vorteile gewährt werden, muß wohl andererseits darauf bestanden werden, daß von der Kfz-Industrie modernere, sichere und effizientere Fahrzeuge produziert werden. Diese Verbesserungen würden dann auch die Konkurrenzfähigkit der brasilianischen Autos auf dem Weltmarkt erhöhen. Wenn sich der Übergang auf ein breites Angebot öffentlicher Beförderungsmittel weiterhin als schwierig gestaltet, darf man ja wohl wenigstens erwarten, daß die Fahrzeuge weniger umweltschädlich und darüber hinaus auch sicherer sind.

Ricardo Ernesto Rose is Consultant für Martkforschung und Geschäftsanbahnung seit 1992 in den Sektoren Umwelt und erneuerbare Energien. Arbeitete für das Amerikanische Konsulat (U.S. Department of Commerce) und für die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) in São Paulo. Er ist Bachelor in Journalistik und Philosophie, machte ein MBA in Umweltmanagement und Aufbaustudiengang in Soziologie. Hr. Rose ist Author von vier Publikationen über den brasilianischen Energie- und Umweltmarkt.
Homepage: www.ricardorose.com.br
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Ricardo Ernesto Rose, jornalista, graduado em filosofia e pós-graduado em gestão ambiental e sociologia. Desde 1992 atua nos setores de meio ambiente e energia na área de marketing de tecnologias.

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